Frankreich 2017 1.Tag (So, 10.9.): Sulzfeld-Ballon d´Alsac Oregon, Washington, Vancouver, Britisch Columbia, Korsika, Balkan – sie alle waren potentielle Kandidaten für unsere diesjährige Reise, aber letztendlich blieben sie alle auf der Strecke. Im Laufe des Samstag packten wir unseren Bus und fuhren bei Sonnenschein am Sonntag gegen 11 Uhr los. Kurz nach Iffezheim erreichten wir Frankreich und fuhren auf der Autobahn über Colmar nach Breisach, wo wir eine Stunde Pause machten. Das Breisacher Stephansmünster Über Wittelsheim , Cernay, Thann und Masevaux erreichten wir bei einbrechender Dunkelheit den Ballon d`Alsace (1241 m). Nebel und Regen auf dem Ballon d`Alsace Es war kalt geworden (4°). In der Nähe des bereits geschlossenen Gipfelrestaurants übernachteten wir.
2.Tag (MO, 11.9.): Ballon d`Alsace-Chambilly (Loire) Nach einer kalten Nacht mit viel Regen fuhren wir auf kleinen Seitenstraßen an Belfort vorbei nach Hericourt. An Besancon, Dole und Chalon-sur Saone vorbei erreichten wir gegen 17 Uhr das kleine Dörfchen Le Donjon. Le Donjon Wir fanden aber keinen passenden Stellplatz und fuhren hinüber nach Chambilly an die Loire. So sah es oft aus Nach einiger Sucherei fanden wir zwischen einem verlassenen Gutshof und der Loire einen einsamen Stellplatz. Den ganzen Tag über wechselten sich Sonnenschein und Regenschauer ab. Die Straßen verliefen meist kerzengerade, das Verkehrsaufkommen war minimal. Die Landschaft war leicht hügelig; bis vor Dole überwogen riesige Eichen-und Buchenwälder, später gab es große Maisfelder.
3.Tag (DI, 12.9.) Chambilly-Mont Dore Die Nacht war sehr ruhig. Über Lapalisse, an Vichy und Riom vorbei fuhren wir in die Vulkanberge der Auvergne und erreichten gegen 16 Uhr den Puy de Dome. Eine Zahnradbahn führt hinauf zum Puy de Dome
Puy de Dome Für einen Aufstieg war es aber schon zu spät. Nach einer abwechslungsreichen, mit viel Kurbelei verbundener Fahrt, gelangten wir nach Mont-Dore. Der Campingplatz behagte mir aber nicht, so dass wir bei einsetzender Dunkelheit und starkem Regen/Nebel noch etwa 10 km in die Berge hochkletterten, wo wir dann auf einem kleinen Zeltplatz übernachteten. 4.Tag (MI, 13.9.) Mont Dore-Pont du Neuf Als wir aufwachten, regnete es in Strömen, und dichter Nebel ließ die Platzanlage kaum erkennen. Mont Dore Wir hofften bis 11 Uhr auf eine Besserung, aber es änderte sich nichts, so dass wir beschlossen, so schnell wie möglich die Autobahn zu erreichen und auf ihr nach Bordeaux zu fahren. Landschaft bei Ussel Bei anhaltemden, starken Regen und dichtem Nebel fuhren wir auf der A89 über Ussel, Tulle und Brive-de la-Gaillarde bei schwachem Verkehr bis kurz vor Perigueux. Dordogne Ab da fuhren wir an der prallvollen Dordogne entlang bis Libourne und entflohen dem stark einsetzenden Verkehr auf Seitenstraßen nach Pont Neuf, wo wir am Flussufer einen abgelegenen, ruhigen Stellplatz fanden. 5.Tag (DO, 14.9.) Von Pont du Neuf nach Carcans-Plage Der Wetterbericht prophezeite eine Regenwahrscheinlichkeit von 89%, aber es schien den ganzen Tag die Sonne.
Weinberg im Medoc
Ihr Endprodukt wird geschätzt - und gut bezahlt (Bordeaux) Der mächtigen, breiten und lehmgelben Dordogne entlang fuhren wir an unzähligen Weinbergen und Weingütern vorbei nach Blaye und setzten nach 2 Stunden Wartezeit in 25 Minuten nach Lamarque über. Bis Brach dominierte noch der Weinanbau, dann kamen Pinien-und Kieferwälder. Die Rebe kann mit Sandboden nichts anfangen. Wir kletterten über die Dünen und standen vor einem breiten und endlos langen Sandstrand, der von einem tosenden Meer bearbeitet wurde.
Atlantik bei Le Porge-Plage
Gegen 18 Uhr parkten wir unseren Bus auf dem Zeltplatz von Carcans-Plage. Immer noch schien die Sonne. 6.Tag (FR, 15.9.) Carcans-Plage-le Porge-Ocean Nach viel Regen in der Nacht und am Morgen, brach gegen 10 Uhr die Sonne aus dem Wolkengewirr und schien bis zu ihrem Untergang gegen 20 Uhr. Atlantik bei Le Porge-Plage Abgesehen von 2 Mittagsstunden verbrachten wir diesen herrlichen Tag am Strand. Am Atlantik bei Plage du Grand Crohot Das Spiel der Wellen und der Farben ließen keine Langeweile aufkommen.
Er hat viel vor Der passende Background zu meinem 77. 7.Tag (SA, 16.9.) Von Le Porge-Ocean nach Grand-Crohot-Ocean Der strömende Regen – begleitet von Blitz und Donner – während der Nacht hatte auch um 10 Uhr morgens noch nicht nachgelassen, so dass wir uns zur Weiterfahrt entschlossen. Kurz vor Lacanau-Ocean hörte es auf zu regnen, und die Sonne lugte hinter den massigen Wolken hervor, so dass wir kurzentschlossen Richtung Meer abbogen.
Strand bei Mimizan-Plage Am Strand war viel Betrieb. Die Feuerwehr veranstaltete irgendeinen Surfwettbewerb, den viele Zuschauer interessiert verfolgten.
Ein kurzes Vergnügen Nach 1 Stunde brachen wir zu unserem nächsten Stopp am Meer auf – le Porge-Ocean.
Szene beim Cap Ferret
Er trotzt den Gewalten
Es dräut am Cap Ferret Am Strand erlebten wir das bekannte Szenario mit Wind und Wellen. Über dem Meer stand eine gewaltige Wolkenwand in tiefblau-schwarzen Farben. Innerhalb von Sekunden ergoss sie ihren Inhalt über den Strand, so dass ich völlig durchnässt am Bus ankam. Nach 10 Minuten war der Spuk vorbei, und die Sonne schien wieder. Gegen 16 Uhr fuhren wir über Lege und Le- Grand-Piquet zum Cap Ferret.
Hafen von Ferret (links Düne Pilat)
Leuchtturm am Cap Ferrret
Cap Ferret
Hafenimpressionen (Ferret) Waren die letzten Tage durch minimales Verkehrsaufkommen gekennzeichnet, änderte sich dies ab Le-Grand-Piquet schlagartig. Wahrscheinlich war halb Bordeaux übers Wochenende unterwegs zum Cap, denn die Straßen waren proppenvoll. Das letzte Drittel dieser Halbinsel ist übersät mit Bungalowanlagen, Hotels, Restaurants und Freizeitparks. Als wir nach 2 Stunden das Cap wieder verließen, kannten wir die Gründe für diese Situation, denn das ganze Panorama ist einfach überwältigend. Der Blick schweift über das Bassin d`Arcachon hinüber zur gleichnamigen Stadt und weiter zum Atlantik bis hinunter zur Dune du Pilat mit ihrer ca. 120 m. Gegen 19 Uhr fuhren wir zurück und stellen uns auf einen Waldparkplatz bei Grand-Crohot-Ocean. 8.Tag (SO, 17.9.) Von Grand-Crohot-Ocean nach Parentis-en-Born Es war den ganzen Tag stark bewölkt; phasenweis goss es in Strömen vom Himmel. Über Lege, Ares, Taussat und Audenge steuerten wir unseren Bus wir nach Arcachon, wo wir uns etwa 1 Stunde am Hafen aufhielten. Unser nächstes Ziel war die Dune du Pilat, die wir ohne Regen besteigen konnten.
Aufstieg zur Düne Pilat Über Biscarosse erreichten wir gegen 18 Uhr einen Campingplatz bei Parentis en Born, auf dem wir eine ruhige Nacht verbrachten, wenn man den teilweise strömenden Regen außer Betracht lässt. 9.Tag (MO, 18.9.) Parentis en Born-Capreton Sie wandt sich und sie kämpfte-und sie gewann. Ab 10 Uhr strahlte sie vom Himmel und verschwand erst wieder gegen 21 Uhr.
Kirche in Lit-et-Mixe
Gegen 12 Uhr verließen wir den Zeltplatz und fuhren über Mimizan, Blas, Lit-et-Mixe, Leon und Hossegor nach Capbreton. Der Verkehr wurde immer dichter, die passierten Stellplätze waren nahezu voll belegt. Alles war viel touristischer als nördlich von Arcachon. Nach einem kurzen Bummel durch Capbreton fanden wir südlich davon einen Stellplatz; auch er war zu 80% belegt.
Kirche bei Labenne Wir überwanden die Dünen und schlenderten noch etwa 2 Stunden am Strand entlang, erneut fasziniert von der Brandung, dem Licht und dem Spiel der Wellen. Er hatte kein Glück Wolken bei Capbreton 10.Tag (DI, 19.9.) Capreton-Hendaye Nach der ersten Nacht ohne Regen verließen wir den Platz gegen 11 Uhr , passierten Bayonne und machten unseren ersten Stopp an diesem Tag in Biarritz. Hafen von Biarritz Es kam einem Sechser im Lotto gleich, als wir im Zentrum einen Parkplatz ergatterten (hochlebe ein kleines Womo!). Biarritz - Blick nach Süden
Biarritz - Blick nach Norden Kirche Saint Eugenie in Biarritz
Kirche Saint Eugenie in Biarritz
Etwa 2 Stunden schlenderten wir durch die City und am Strand entlang. Die Atmosphäre und die immer wechselnden Perspektiven faszinierten uns. Bei heftigem Verkehr überquerten wir die (fiktive) Grenze nach Spanien und machten einen kurzen Spaziergang durch Irun. Steilküste südlich von Biarritz
Strand kurz vor Irun Zurück in Frankreich, fanden wir in der Nähe von Hendaye einen schmucken und ruhigen Zeltplatz. 11.Tag (MI, 20.9.) Von Hendaye nach Mauleon-Licharre Kurz vor 12 Uhr brachen wir auf. Zunächst ging es noch ziemlich eben nach Osten, aber bei Ainhoa kamen schon die ersten Anstiege hinauf in die Pyrenäen. Haus im Baskenland Baskische Grabinschrift Kirche in einem baskischen Dorf Über Elizondo, St.Etienne-de- Baigorry, St.-Jean-Pied-de-Port erreichten wir kurz vor Mauleon-Licharre einen einsamen Zeltplatz auf einem Bauernhof. In St.-Jean-Pied-de-Port machten wir für etwa 2 Stunden Halt und ließen uns von den vielen Touristen und Pilgern durch die schmucke Innenstadt treiben. Impressionen aus St.-Jean-Pied-de-Port Impressionen aus St.-Jean-Pied-de-Port
Glück gehabt
Ist noch ein langer Weg bis Santiago de Compostela Langsam verschwinden die Berge Kurz vor Laruns (Pyrenäen)
Auch bedingt durch den ersten Tag voller Sonnenschein, wurde es eine wunderschöne Fahrt durch abwechslungsreiche, grüne und einsame Landschaften; auf etwa 30 km begegneten wir nur einem einzigen Auto. 12.Tag (DO, 21.9.) Von Mauleon-Licharre zum Col du Tourmalet Es sollte der Tag der 3-Pässefahrten werden-zwei davon gewollt, eine unabsichtlich. Wir gaben unserem Navi als Etappenziel den Ort Arudy ein. Er wurde von ihm auch bestätigt und die Distanz mit etwa 35 km ausgegeben. Etwa 10 km nach unserer Abfahrt bogen wir auf die „Route des Pyrenees“ ein und waren kurze Zeit später in Arrete. Wie es sich später herausstellte, muss es hier passiert sein: wir waren falsch abgebogen. Nach etwa 1,5 Stunden und einer mächtigen Kurbelei-phasenweise konnten die 18% nur im 1.Gang bewältigt werden-standen wir in 1700 m auf dem „Col de la Pierre St-Martin“. Die Straße führte weiter nach Spanien und somit weit weg von unserer geplanten Route. Es half alles nichts, wir mussten die 40 km nach Arrete zurück. Nach etwa 20 Minuten bemerkten wir zum erstenmal diesen brenzligen Geruch heiß gelaufener Bremsen; auch ihre Wirkung ließ massiv nach. Ich schaltete auf den 2. bzw. 1.Gang zurück, um die möglichst effektiv die "Motorbremse“ auszunutzen, aber es nützte nicht viel: wir mussten Pause machen.
Zwei Stunden später erreichten wir doch Laruns und fuhren anschließend den „Col d`Aubisque“ hinauf, nicht ohne vorher eine ca. 30 km lange Strecke von Arros nach Arudy durch einen dichten Buchen-und Thujawald auf einem teilweise keine 2 m breiten Fahrweg in etwa 40 Minuten zurückzulegen; zum Glück mussten wir nur einmal einem Traktor ausweichen.
Einsam und eng In den Pyrenäen In Argeles-Gazost wollten wir eigentlich übernachten, aber das weiterhin schöne Wetter und der minimale Verkehr bewogen uns, noch nach Luz-St-Sauveur weiterzufahren. Von dort waren es dann noch 15 km hinauf zum „Col du Tourmalet“. Der Anstieg war wesentlich einfacher als der zum „Col d`Aubisque“. Wir stellten unseren Bus in eine kleine Nische auf dem Gipfel und hatten einen prächtigen Fernblick nach Osten.
Tourmalet - Aufstieg von Westen 13.Tag (FR, 22.9.) Vom „Col du Tourmalet“ nach Hendaye Um 10.30 Uhr verließen wir unseren übersichtsreichen Stellplatz und fuhren die paar Serpentinen hinunter in die Retortenstadt La Mongie. Ein paar Kilometer weiter wartete bereits der nächste Anstieg; er erwies sich als wesentlich schwieriger als der Tourmalet, denn die Serpentinen hinauf zum Col d`Aspin (1489 m) waren zahlreicher und „giftiger“.
Blick vom Col d`Aspin zur Pic du Midi de Begorre Bei Arreau erreichten wir wieder die Talsohle und fuhren dann auf der D929 über Lannemazan auf die Autobahn nach Toulouse. Über Albi und Rodez erreichten wir bei weiterhin bestem Wetter durch eine abwechslungsreiche Wald-und Wiesenlandschaft unseren Stellplatzt in Laissac.
14.Tag (SA, 23.9.) Von Laissac nach Bourg-en-Bresse
Gegen 10 Uhr ging es wieder weiter nach Severac-le-Chateau und kurze Zeit später auf der Autobahn nach Clermont-Ferrand. Bei Villefranche verließen wir die kaum befahrene Schnellstraße und schlugen uns durch die Provinz über Lapallisse hinüber nach Bourg-en-Bresse, wo wir neben dem geschlossenen Campingplatz einen ruhigen Stellplatz fanden. Die Autobahn nach Clermont-Ferrand verläuft spektakulär. Ständig geht es bergauf-bergab, manchmal bis zu 8% Gefälle bzw. Steigung. Die Sicht reicht weit auf den Puy-de-Dome und die Cevennen, begleitet von dichten Wäldern und grünen Wiesen. Im Beaujolais Erst zu Beginn der Nationalraße (936) nach Bourg-en-Bresse (sie verläuft nahezu schnurgerade) ist man wieder im Flachland und damit in fruchtbarem Agrarland. 15.Tag (SO, 24.9.) Von Bourg-en-Bresse nach Sulzfeld Weil das Wetter weiterhin so gut war und wir die Gegend bereits kannten, beschlossen wir, wiederum über Land zu fahren, zumindest bis Besancon. So geschah es auch, so dass die Fahrt - immer am westlichen Rand des Juras entlang – sehr kurzweilig und interessant verlief. Doubs Kurz nach Besancon fuhren wir auf die Autobahn und auf ihr bei immer weiter zunehmendem Verkehr über Colmar bis kurz vor Straßburg, wo uns ein Stau zwang, auf Seitenstraßen den Rhein zu überqueren und bei Offenburg wiederum die Autobahn Richtung Norden zu nehmen. Über Karlsruhe erreichten wir kurz vor 18 Uhr unseren Heimatort, waren aber zu müde für einen Kerwebesuch. Insgesamt hatten wir 3438 km zurückgelegt. -------------------------------------------------------------------------------- Es waren 2 sehr unterschiedliche Wochen, geprägt vor allem durch die unterschiedlichen Wetterbedingungen. So erlebtem wir die ersten 7 Tage nur Regen mit teilweise heftigem Sturm, während die nächste Woche durch prächtigen Sonnenschein positiv beeinflusst wurde. Wir hatten bereits früher große Gebiete der Reise kennengelernt, waren aber wiederum fasziniert von den eimaligen Naturlandschaften am Atlantik und in den Pyrenäen. Vor allem die letztere Region könnte man auf unzähligen weiteren Etappen befahren und würde immer wieder Neues erleben, wobei immer noch die spanische Seite dieses Gebirgszuges außen vor bleibt. |
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